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kristin

Allgemein Meine Bücher

7 Tipps für einen entspannten Lesenachmittag

Ich gebe zu, ich bin eine bekennende Leseratte. Oder frei nach Loriots Spruch über seine Mopshunde: ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos 😉

Das Lesen ist für mich einfach die wunderbarste Art und Weise, abzuschalten und zu entspannen – sei es nach einem anstrengenden Arbeitstag oder sei es in stressigen und schwierigen Lebensphasen. Damit das perfekt gelingt, brauche ich – das habe ich mittlerweile gelernt – bestimmte Voraussetzungen und Rituale.

Ein gemütlicher Leseplatz

Da gibt es ganz eindeutig jahreszeitliche Vorlieben: im Sommer finde ich es am schönsten im Garten oder auf dem Balkon in einer zurückgezogenen, eingegrünten Ecke. Da ist es wunderbar ruhig, man hört kaum Straßengeräusche, es gibt keine Ablenkungen.
Zu den kühleren Jahreszeiten gibt es nichts bequemeres als den großen Ohrensessel oder das Sofa drinnen, mit Kissen und Decke zum Einkuscheln einfach perfekt. Wichtig ist für mich auf jeden Fall die totale Bequemlichkeit, denn sollte mein Lesestoff ganz spannend sein, kann es passieren, dass ich die nächsten zwei Stunden nicht von dort fortkomme.

Das richtige Licht

Das ist extrem entscheidend, denn nichts wäre schlimmer als eine Lektüre abbrechen zu müssen, weil nach einiger Zeit die Augen schmerzen. Also: für punktgenaues, blendfreies Licht sorgen. Meine Leselampen habe ich alle mit Bedacht ausgesucht. Bin ich einmal außerhalb in einem Hotel oder Ferienhaus unterwegs, kann ich mich fürchterlich aufregen, wenn kein ausreichendes Leselicht vorhanden ist.

Keine elektronischen Ablenkungen

Das heißt: PC ausstellen, Handy weglegen, Tablet ebenso! Sonst ist die Versuchung einfach zu groß, zwischendurch immer wieder einmal nachzuschauen, ob vielleicht eine Nachricht gekommen ist. Und damit wäre ich ganz schnell raus aus der Lektüre und die Entspannung für die Katz.

Sich Zeit nehmen

Erholung beim Lesen gelingt erst dann wirklich, wenn ich nicht schon den nächsten Termin im Kopf haben und quasi nur zwischen Tür und Angel schnell mal in mein Buch schauen muss. Damit würde ich mich um den ganzen Genuss bringen.

Für Proviant sorgen

Ja, das klingt vielleicht merkwürdig, aber ich habe festgestellt, dass zum gemütlichen Lesen für mich unbedingt mein Lieblingstee gehört. Den fülle ich mir in meinen Thermobecher. So bleibt er die ganze Zeit schön warm und ich muss zwischendurch nicht aufstehen, um mir einen neuen aufzubrühen, gerade wenn es so richtig spannend ist. Dazu noch ein Teller leckere Plätzchen – da könnte ich schnurren vor Behaglichkeit 😉 Falls ihr auch einen „Lesebecher“ haben wollte, meinen habe ich in diesem Thermobecher-Test gefunden. Der von Emsa.

Die richtige Lektüre

Manch ein Zeitgenosse kann bei einem Sachbuch über Aktien, Motoren oder Europapolitik so richtig entspannen. Ich nicht. Mein Lesestoff ist in der Regel der spannende, dramatische, aufrührende oder auch lustige und satirische Roman. Dabei vergesse ich alles um mich herum.

Gute Tipps bekomme ich oft von Freunden, aber auch immer wieder im Internet von Moderatorin Christine Westermann, die offensichtlich einen ganz ähnlichen Lesegeschmack hat wie ich und wunderbare Neuerscheinungen entdeckt.

Spannende Entdeckungen mache ich auch häufig bei Elke Heidenreich. Ich finde es herrlich bequem, wenn jemand aus der riesigen Auswahl an jährlichen Neuerscheinungen für mich eine Vorauswahl trifft.

Ab und zu finde ich natürlich auch durch Zufall selbst ganz fesselndes „Lesefutter“. Ich liebe Familiengeschichten über mehrere Generationen, aufzuklärende Geheimnisse und manchmal auch Krimis, wenn sie nicht zu blutig und gruselig sind.

gemütlich lesen

Allgemein Meine Bücher

Meine Lieblingsbücher – Teil 2

„Der Wächter“ von Dean Koontz, Thriller

Der Wächter

Für alle, die lieber kalt erschauern, wenn es draußen warm ist.

Es handelt von Ethan Truman, einem ehemaligen Kriminalbeamten, der jetzt als Sicherheitschef des „größten Filmstars aller Zeiten“ auf dessen asthmatischen Sohn Aelfric und die sonst verlassene, palastartige Villa aufpasst. Es entwickelt sich ein Wettlauf zwischen einem rücksichtslosen Anarchisten und Ethans Versuch, eine Reihe mysteriöser, unheilversprechender Pakete zu entschlüsseln. Dabei stehen ihm ein unwahrscheinlicher Schutzgeist und seine verstorbene Frau zur Seite.

Ich bin selbst kein unbedingter Thriller-Fan, aber dieses Buch hat es mir angetan, weil Koontz es meisterlich versteht, Thriller, Krimi und Fantasy auf überraschende und spannende Art zu vermischen. Dieses Buch hat nach Game of Thrones für mich den größten „WTF???“-Moment inne.

Die Eli Monpress-Reihe von Rachel Aaron, Fantasy

Eli Monpress

Diese Reihe besteht momentan aus fünf Bänden, es sind leider erst zwei davon in Deutschland erschienen. Allen von Euch, die gerne ihr Englisch üben, möchte ich sie trotzdem ans Herz legen.

Eli Monpress will der berühmteste Dieb aller Zeiten werden, damit sein Kopfgeld alle bisher ausgestellten Kopfgelder übertrifft. Sein Plan: er stiehlt einen König.

Rachel Aarons Idee von Magie ist etwas ganz neues und sehr amüsantes. Diese Reihe hat alles: Coole Charaktere, tolle Stories, neue Ideen und vor allem viel Spaß!

Gönnt es Euch!

„The Millionare Fastlane“ von MJ Demarco, Selbsthilfe/Wirtschaft

The Millionare Fastlane

Dieses Buch ist leider auch nur im Original zu haben. Ich empfehle es jedem, der das nagende Gefühl hat, sein Leben sollte mehr bieten. Und allen, die einen realistischen, no-nonsense Blick auf Wirtschaft, Vermögen und Lebensplanung haben wollen.

Der Autor hat es bewusst so geschrieben, als säße er mit dem Leser auf einen gemütlichen Plausch zusammen und teilte seine Lebenserfahrung, Erfolg und eine frühe Rente mit Mitte dreißig.

Wie geht das? Findet es heraus!

Die „Merle“-Trilogie/die „Wasserweber“-Trilogie von Kai Meyer, Fantasy

die fließende koenigin

Kai Meyer ist für mich einer der ganz großen deutschen Fantasy-Autoren. Es fällt mir schwer, zwischen Merle und den Wasserwebern zu entscheiden.

Für diesen kurzen Abriss tue ich es deshalb nicht. Beide drehen sich um starke weibliche Hauptcharaktere in einer magischen Version der Realität, bieten Erzählungen mit Suchtpotential und gut konstruierten Stories. Der große Unterschied ist das Ende. Wenn ihr ein emotional vernichtendes, aber unausweichliches Ende ertragen könnt, lest Merle. Wenn nicht, dann fangt bei den Wasserwebern an. Die beiden Trilogien bilden den Wendepunkt in Meyers Karriere von tragischen zu guten Enden.

Das herausragende ist das Gefühl von magischem Realismus, den Meyer hervorzurufen vermag. Nach einem Meyer ist es, als wenn hinter jedem normalen Gegenstand, hinter jedem Spiegel und Fenster eine magische Welt liegen könnte.

„Göttin der Rosen“ von P.C. Cast, Fantasy/Mythen/Erotika

Göttin der Rosen

Stört Euch nicht, dass es sich hier um ein Buch in einer Serie handelt, die Bände sind nur lose miteinander verbunden.

P.C. Cast, bekannt durch House of Night, hat auch die nicht so jugendfreie Mythica-Reihe geschrieben, in der sie moderne Frauen in ihre Version altrömischer Mythen versetzt.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach das Beste der Reihe, eine Neuinterpretation/Kreuzung der Geschichten von der Schönen und dem Biest und der Minotaurus-Saga mit einem wunderschönen Rosenmotiv, liebenswerten Charakteren und Hitze auf den Seiten.


Bitte entschuldigt, wenn ich nicht genug Zeit habe, jedes Buch im Detail zu rezensieren. Ich habe auch die üblichen Verdächtigen (GoT, LOTR, Eragon etc.) weggelassen und einige reingenommen, die es nicht auf Deutsch gibt, weil ich nicht widerkauen will, was Ihr schon zwanzigmal gehört habt. Vielmehr hoffe ich Euch so ein paar tolle Geschichten näher zu bringen, die Ihr noch nicht kennt.

Wenn Euch das ein oder andere anspricht, schaut es Euch doch mal näher an. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir danach einen kurzen Kommentar hinterlasst und mir von Euren Erfahrungen berichtet.

Habt ihr noch Tipps, was ich mir mal ansehen könnte?

Allgemein Meine Bücher

Meine Lieblingsbücher – Teil 1

Um meine Gedanken zu sortieren, habe ich Euch eine kurze Liste mit Lesetipps zusammengestellt. Die Reihenfolge ist willkürlich. Ich habe versucht es etwas zu durchmischen, damit die verschiedenen Geschmäcker nicht zu kurz kommen. Ich halte mich dabei vor allem an Fantasy, habe aber auch ein paar non-fiction Bücher und sogar einen Thriller dabei.

„Das Museum der gestohlenen Erinnerungen“ von Ralf Isau, Fantasy

das_museum_der_gestohlenen_erinnerungen

Die Geschwister Jessica und Oliver Pollock suchen ihren Vater, an den sich keiner mehr so recht zu erinnern scheint. Als Oliver und Jessica im Zuge ihrer Nachforschungen feststellen, dass das Ischtar-Tor im Museum nachts zu einem Weg in eine andere Welt wird, und Oliver in die phantastische Welt Quassinja gezogen wird, müssen sie beide in ihrer jeweiligen Welt nach Antworten suchen. Denn ein Gott des Vergessens will die Welt übernehmen und wird alle Erinnerungen stehlen, wenn die beiden ihn nicht aufhalten.

Noch vor der Neschan-Trilogie ist dieses Buch aus meiner Sicht das beste von Isau. Zwei parallele Erzählstränge sind meisterhaft miteinander verwoben, die Mythologie um sumerische Gottheiten erfrischend anderes, die Thematik des Vergessens spannend behandelt und dass es in Berlin spielt macht es irgendwie zu etwas sehr Deutschem… wenn man das so sagen kann.

Was ich cool finde: Das ganze spielt im Pergamonmuseum in Berlin und man kann wirklich dort hingehen und das Ischtar-Tor anschauen, was beinahe einen Dan-Brown-Effekt hat.

Lustiger Fakt: Als ich dort zu Besuch war, war es das einzige nicht-wissenschaftliche Buch, das im Museumsshop verkauft wurde.

„Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss, Fantasy

Der Name des Windes

Der erste Teil der Königsmörder-Chronik ist ebenfalls eine meisterliche Verwebung zweier Erzählstrange. Hier sind es nicht zwei Welten, sondern zwei Zeiten, in denen wir uns bewegen.

Die Rahmengeschichte: Der Chronikler, hat den berühmten Königsmörder, Zauberer und ehemaligen Abenteurer Kvothe aufgespürt und ihn überredet, ihm in drei Tagen seine Lebensgeschichte zu erzählen.

Diese Geschichte ist der zweite Erzählstrang, in dem Kvothe jung seine Eltern verliert und sich als Gassenjunge durchschlägt, bevor er sich mit Talent und Witz in die höchste Magie-Universität einschleicht und sein Herz an eine junge Frau mit weltlichen Ansprüchen verliert.

Rothfuss versteht es meisterlich, die Hintergrundgeschichte am Leser vorbei ins Buch zu schmuggeln und die Fragen, die sich uns stellen nie alle zu beantworten.
Das Buch hat Suchtpotential und ist ganz nebenbei eine faszinierende Meditation über die Entstehung, Verbreitung und Wahrheit von Geschichten und Legenden.
Wenn Ihr damit leben könnt, dass der dritte Teil auf unbestimmte Zeit noch nicht veröffentlicht ist, lasst Euch auf Kvothes Abenteuer ein!

„Die Dunklen Fälle des Harry Dresden“ von Jim Butcher, Urban Fantasy

Die Dunklen Fälle des Harry Dresden

Eine andere Reihe, auf deren nächstes Band ich jedes Jahr händeringend warte, ist die Geschichte um den einzigen Magier/Detektiv, der im Chicagoer Telefonbuch zu finden ist.

Mit einer wachsenden Anzahl an Helfern und Gegenspielern, allesamt abgerundete Figuren mit liebenswürdigen Eigenheiten, tritt Harry gegen Gefahren aus den verschiedensten magischen Ecken an. Es ist eine sehr coole Mischung aus klassischem Hard-boiled Detektivstory im Stil der 20er Jahre Noir-Filme und Fantasy, in der die Grenzen zwischen einem realen Chicago und der magischen Welt verschwimmen. Mit Witz und Toleranz für Schmerzen rennt Harry gegen jedes scheinbar unlösbare Problem an und löst auch die verzwicktesten Fälle.

Auch Butcher versteht es, parallele Handlungsstränge gekonnt zur Auflösung zu bringen und immer die richtige Balance zwischen Action und Detektivarbeit zu finden. Seine Interpretation der Feenwelt, Vampire und Magie ist neu und spannend. Die ersten zwei Bände sind ganz okay, aber ab dem dritten geht es richtig los und wird immer besser. Band 16 „Friedensgespräche“ soll am 01.12. in Deutschland erscheinen.

Wenn Ihr noch Zeit im Kalender frei habt, kann ich Euch diese Reihe sehr ans Herz legen. Für alle, die lieber hören als lesen und das gerne im Original, ist die Vertonung von James Marsters der absolute Bringer!

„Total Recall – Die wahre Geschichte meines Lebens“ von Arnold Schwarzenegger, Autobiographie

Total Recall von Arnold Schwarzenegger

Für etwas Varianz nun zu einem realen Badass. In dieser Autobiographie erzählt Arnie seinen Werdegang von seiner Kindheit in einem kleinen Dorf im Nachkriegs-Östereich, über seinen Weg zum vielfachen Bodybuilder-Champ, zum Real-Estate-Mogul, zum unerwarteten Filmstar zum Governator und bis 2014.

Er teilt seine privaten und öffentlichen Erfolge und Rückschläge, das Zeitgefühl von fast 70 Jahren und viele Anekdoten über andere berühmte Menschen und Begebenheiten. Es ist ein faszinierendes, spannendes Buch.

Besonders interessant finde ich die Gewinnermentalität, die er an den Tag legt. Ich habe einige Selbsthilfe-Bücher gelesen, aber noch keins, das so im Leben widerspiegelt, wie die ganzen Strategien und Tipps anzuwenden sind. Arnies Leben ist ein leuchtendes Beispiel für alle, die so große Träume haben, dass niemand anders an sie glaubt.

„Die Macht der Gewohnheit“/“Smarter, schneller, besser“ von Charles Duhigg, angewandte Psychologie

Die Macht der Gewohnheit

Für alle, die von Arnies Autobiographie angetrieben, mehr zum Thema „Wie mache ich mich besser?“ wissen wollen, empfehle ich diese Bücher. Sie sind eigenständig, aber das zweite baut ein wenig auf dem ersten auf.

Charles Duhigg untersucht die Frage, inwieweit der Mensch Herr seiner Gewohnheiten ist, warum es so schwer ist sie zu ändern und wie wir es vielleicht doch schaffen. Und dann, wie wir kreativer, produktiver und glücklicher werden.

Er ist ein toller Geschichtenerzähler, der uns jeden wichtigen Punkt anhand mehrerer erstklassig recherchierter realer Vorkommnisse nahebringt und damit unterhaltsam und lehrreich zugleich ist. Im zweiten Band beleuchtet er unter anderem, wie durch Konzentration auf das Wesentliche „Frozen“ von einem unlösbar scheinenden Desaster zum größten Erfolg des Pixar-Studios wurde.